09 Dezember 2020

Noch etwas zum Heizkraftwerk Biedermannsdorf


Selbstverständlich ist es der EVN ein Bedürfnis, über ihr Projekt nur Gutes zu berichten. Es wäre auch mehr als seltsam, wäre es anders. Nur – die EVN hat offenbar recht.

Wir haben die Auskunft der EVN von unabhängiger, fachlicher Seite verifizieren lassen. Eine der Stellungnahmen, die wir bisher erhielten, ist die von Professor Dr. Hermann Hofbauer von der TU Wien. Er befasst sich seit ca 35 Jahren mit der thermischen Nutzung von Biomasse. Lesen Sie hier einen Auszug aus seiner Nachricht an mich:

„In den letzten Jahren sind die Auswirkungen der Klimakrise schon für jeden sichtbar und können nicht mehr geleugnet werden. Auch die Bevölkerung und hier insbesondere die jüngeren unter uns fordern zurecht Maßnehmen gegen diese Klimakrise. Diese Maßnahmen müssen jetzt in die Wege geleitet werden, sonst werden die Auswirkungen und die damit verbundenen Kosten noch deutlich höher ausfallen als diese schon jetzt zu erwarten sind. Da kommt Ihr Projekt zur richtigen Zeit, denn Biomasse als nachwachsende, regionale und erneuerbare Energieform (gespeicherte Sonnenenergie) zu nutzen ist der richtige Weg, um die Ziele, die Sie wunderbar auf Ihrer Homepage dargestellt haben, überhaupt erreichen zu können (Österreich will 2040 klimaneutral sein und 2030 seinen Strombedarf zu 100% aus Ökostrom decken). 
Biomasse ist bereits gespeicherte Sonnenenergie. Das heißt, Biomasse kann bedarfsorientiert eingesetzt werden, dann wenn Strom- und Wärme gebraucht werden. Zum Unterschied dazu ist Wind- und direkte Sonnenenergie angebotsorientiert, d.h. diese Energieformen können nur genutzt werden, wenn sie auch von der Natur angeboten werden und müssten eben erst gespeichert werden, um sie auch dann nutzbar zu machen, wenn sie gebraucht werden, auch wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst.“
Weiters ist zurecht ein vollständiger Ausstieg aus Ölheizungen bis 2035 und das Verbot von Gaskesseln im Neubau ab 2025 geplant. Biomasse ist hier sicher eine gute und zu empfehlende Option.
Es muss jetzt die Energiewende begonnen werden und das mit Projekten die wenig technisches Risiko in sich bergen, wie das Ihre, sonst werden wir den Wettlauf mit dem Klima verlieren! Ich hoffe, Sie mit meinen Ausführungen ermutigt zu haben, Ihr Projekt voranzutreiben und stehe gerne bei Bedarf zur Beantwortung von konkreteren Fragen zu Ihrer Verfügung.“
Das ungekürzte Mail ist bei Interesse hier nachzulesen. 

Soweit das Kommentar Herrn Professor Dr. Hofbauers.  Darüber hinaus gib es noch andere Expertisen von unabhängiger Seite. Zum Beispiel Herr Professor Nebosja Nakicenovic von der IIASA, Herr Dipl. Ing. Oliver Fischer, seines Zeichens Energieberater mit langjährigen Erfahrungen im Bereich Kraftwerksbau, sowohl in der Angebotsphase als auch in der Inbetriebsetzung von Kraftwerks-Großanlagen (Gar-Kombi-Kraftwerke, und solarthermische Parabolrinnen-Kraftwerke).

Auch für den APCC (Austrian Panel on Climate Change) gehört Biomasse zu den notwendigen erneuerbaren Energieträgern. Der APCC ist der österreichische Teil des IPCC (Intergouvernemental panel on Climate Change). Dieser ist eine Institution, die von allen Staaten der Welt mit wissenschaftlichen Arbeiten beschickt wird und Empfehlungen und Informationen zum Klimaschutz abgibt.

Nicht zuletzt von sehr qualifizierter Seite aus der biedermannsdorfer Bevölkerung kam die Bestätigung, dass Biomasse in der Art des hiesigen Projektes sowohl umweltverträglich als auch notwendig für die Energiewende sei.

Conclusio: Alle ernstzunehmenden Stellen gaben Befürwortungen ab.

Karl Wagner

28 November 2020

Von der Klimakrise zur Pandemie.

 



  • "Wir müssen uns bewusst sein, dass wir Teil des Problems sind, weil wir es waren, die diese Situation geschaffen haben. Der Mensch misshandelt die Erde, raubt den Tieren wichtige Freiräume, verkauft Wildtiere auf Märkten in Großstädten, die wegen mangelnder Hygiene, Armut und sozialer Ungleichheit ein einziges Pulverfass sind."
  • „Für die Wissenschaft war es schon lange keine Frage mehr ob, sondern wann es zu einer Pandemie kommen würde.“
  • „Wenn wir weiterhin die Tierwelt ausbeuten und unsere Ökosysteme zerstören, können wir einen stetigen Strom dieser Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, in den kommenden Jahren erwarten.“
  • „Es gibt unzählige Erreger. Man schätzt, dass es allein bei Säugetieren bis zu einer Million sein können.“
  • „Pro Minute verschwindet weltweit eine Waldfläche in der Größe von 33 Fußballfeldern.“
  • „In der globalisierten Welt werden solche Viren schneller verbreitet als je zuvor.“
  • „Das Problem sind nicht die Tiere. Wir Menschen kommen ihnen einfach zu nahe.“
  • „Wenn die Länder weiterhin so wenig unternehmen, um die Emissionen zu senken, steuern wir auf Katastrophen wie den Anstieg des Meeresspiegels zu, der Küstenstädte verschlingen wird, und wir haben das völlige Absterben von Korallenriffen sowie Dürren zu erwarten, die in weiten Teilen der Welt die Ernten vernichten werden.“

Das sind einige Aussagen aus Kreisen der Naturwissenschaft, der Klimaforschung und der Tiermedizin. Der Zusammenhang zwischen der Klimakrise und der gegenwärtigen Pandemie ist unübersehbar. Und die Berichte über Impfungen, Tests und zu harte oder zu weiche Lockdowns sind Berichte über Symptombekämpfung.

Die langfristige Ursachenbekämpfung der Pandemie muss Klima- und Umweltschutz heißen. Und das wiederum heißt Menschenschutz.

Wenn wir unseren Fleischkonsum deutlich einschränken, wenn wir beim Konsumieren darauf schauen, wo das, was wir kaufen, herkommt und wer es wie produziert hat, wenn wir Rad und Bahn dem Auto vorziehen, wenn wir uns neuen Lebensarten öffnen und deren Möglichkeiten und Chancen für unsere Lebensqualität sehen, dann schützen wir uns selbst. Dann sorgen wir für unsere Gesundheit, für unsere Lebensqualität, für unsere Sicherheit und wir nützen unseren Kindern und Enkeln. Und wahrscheinlich wenden wir sogar die nächste Pandemie ab. 

Denn die Botschaft der Natur ist eindeutig: ändert euren Lebensstil. 

Es tut mir leid, wenn ich hier Weisheiten von mir gebe, die ohnehin alle wissen. Es ist nicht meine Absicht andere für dumm oder gar verantwortungslos zu halten.

Nur eine Frage hätte ich schon: Wenn das den meisten bekannt ist, warum verhält sich ein relevanter Teil der Menschen nicht gemäß ihrem Wissen?


16 November 2020

Von der Erkenntnis zur Leugnung und zurück.



ERKENNTNIS
Weltklimakonferenz Toronto, 1988. 
Wissenschaft und Politik erkennen, dass die Klimaerwärmung die größte Bedrohung des Planeten seit Menschengedenken ist. Der republikanische (!) Präsident Ronald Reagan forciert die Gründung der Organisation „Intergouvernemental Panel on Climate Change (IPCC). Fast alle Länder der Welt treten ihr bei und tausende Wissenschaftler arbeiten ihr zu. Bis heute forscht sie nach Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels und zeigt Handlungsoptionen auf. 
Exxon als Klimaschützer
Davor – 1981 - hatten Forscher von Exxon (!) prognostiziert, dass die Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre in den kommenden 100 Jahren zu einem Temperaturanstieg von 3 Grad führen werde.
Villach 1989 - Erkenntnisse
Auch in Österreich, genauer in Villach fanden sich 89 internationale Klimaforscher, die einen spürbaren Klimawandel binnen 30 Jahren vorhersagten. Das war im Jahr 1985 (Inzwischen trafen alle Vorhersagen ein). 
Weltklimakonferenz Rio, 1992. 
Die Industrienationen verpflichten sich, die Treibhausgase zu reduzieren. Die Clinton-Regierung befasst sich mit der Einführung einer Steuer auf fossile Energien.
Alles scheint in Richtung Klimaschutz zu laufen.

LEUGNUNG
Dann bricht der Krieg gegen die Wahrheit aus. 
Die Aggressoren dieses Krieges sind die globalen Öl- und Kohle-Konzerne. Sie fühlen sich nicht vom Klimawandel bedroht, sondern von den Klimaschutzmaßnahmen.
1988: Exxon beteiligt sich am Aufbau der Global Climate Coalition, eines Zusammenschlusses von Lobbyisten, klimaskeptische Desinformation betreiben. Nicht nur Öl- und Kohlekonzerne sind Mitglieder, sondern auch Chevron, Chrysler, General Motors und über 40 weitere Firmen. Wie die Kampagne aussieht, zeigt der Global Climate Science Communications plan 1998. Unter der Überschrift "Victory Will Be Achieved When ..." heißt es, die Öffentlichkeit und die Medien müssten von Unsicherheiten in der Klimawissenschaft überzeugt und diejenigen, die dann noch Klimaschutzmaßnahmen verteidigen, als "abgehoben von der Realität" dargestellt werden. Nichtsahnend von dem, was da über die liberale Gesellschaft hereingebrochen war, glaubten die Medien von der New York Times bis zu CNN, ausgewogen berichten zu müssen und ließen daher die Protagonisten der Desinformationskampagnen ausführlich zu Wort kommen.
Der Sieg über die Vernunft.
Auf dem Weg zum Sieg über die Vernunft gaben die großen Ölkonzerne allein 2015 mehr als 100 Millionen Dollar für Lobbyarbeit gegen Klimagesetzgebung aus. Die Koch-Brüder - Besitzer des fossilen Koch-Imperiums und eines geschätzten Vermögens von 100 Milliarden Dollar - sollen in den letzten Jahren bis 2017 400 Millionen Dollar investiert haben, um klimaskeptische Propaganda und rechte Meinungen zu verbreiten. Ihr Gebernetzwerk hatte 2016 ein Budget von 889 Millionen Dollar, um die Republikaner unter anderem mit PR und "data-driven-technology" zu unterstützen. Im Internet existieren Tausende von Propaganda-Websites, Videos und Social-Media-Accounts, die den Klimawandel leugnen und die Wissenschaft in den Schmutz ziehen, meist mit dem Geld der fossilen Industrie.
Die Auswirkungen.
Das Zurückfahren und Stoppen aller maßgeblichen Klimaschutzmaßnahmen während der letzten 30 Jahre, sowie die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA zeigen den durchschlagenden Erfolg dieser Lügenkampagnen. Die seriöse Wissenschaft, deren finanzielle Mittel einen Bruchteil des Reichtums ihrer Gegner ausmacht, hatte dagegen keine Chance. Es wurden pseudo-wissenschaftliche Institute und PR-Projekte geschaffen, wie der „Information Council fort the Environment (ICE), das „Global Climate Information Project“. Oder regelmäßige Publikationen, wie der „World Climate Report“. Unterstützt auch vom deutschen Verband der Braunkohleindustrie. 

ZURÜCK ZUR VERNUNFT.
Die Beweise lassen keine Leugnung mehr zu.
Angesichts immer drückender werdender Beweise der fortschreitenden Erderhitzung geraten die Klimaleugner zunehmend ins Hintertreffen. Nachdem sie etwa 30 Jahre und länger viel Geld mit dem Unglück von Millionen Menschen verdienen konnten, gelten sie heute mehr und mehr als Außenseiter und Unbelehrbare. Streng genommen müssten sie als Betrüger und Verbrecher an der Menschheit bezeichnet werden.
Die Gegenbewegung
in Gestalt vieler NGOs wie Greenpeace, in letzter Zeit auch Fridays for Future, aber auch Teile der Politik, allen voran die Grünen sind dabei, langsam die Oberhand zu gewinnen. Wobei die Widerstände noch stark sind. Während viele Ölgesellschaften und auch Teile der Autoindustrie die Zeichen der Zeit langsam – quälend langsam – erkennen, hat eben die Agrarlobby den viel gelobten New Green Deal der EU zu Fall gebracht. Zumindest im Bereich Landwirtschaft. Die Agrarlobby - ein später Lehrling der Öl- und Kohleindustrie?
Manipuliertes Bewusstsein lässt sich schwer ändern.
Aber nicht nur im Großen, auch im Kleinen ist der Schaden jahrzehntelanger Desinformation bis heute erkennbar, wenn über die Klimakrise gesprochen wird. Immer noch gibt es Menschen, die die Not nicht realisiert haben, aus der heraus dringend benötigte Maßnahmen für die Energiewende durchgeführt werden sollen. Da heißt es dann, man solle „die Kirche im Dorf lassen“. Oder man solle „nichts überstürzen“. Oder man führt gar die Kosten ins Treffen, völlig außer Acht lassend, dass diese Kosten uns retten würden.
Hoffnung
Aber immerhin. Hier ein kleiner Auszug aus den vielen Hoffnung machenden Ereignissen:
  • Trump wurde deutlich abgewählt
  • Die Grünen wurden wegen ihrer ökologischen Kompetenz in die Regierung Österreichs gewählt.
  • In Schweden gibt es ein kürzlich eröffnetes Stahlwerk, das ohne fossile Brennstoffe auskommt.
  • Die Forschung betreffend alternative Antriebe für den Individualverkehr, aber auch für die Öffies läuft auf Hochtouren.
  • Die Materialwissenschatler der Uni Salzburg arbeiten an recyclingfähigen Beton. Bei einem Wohnbauprojekt in Schwarzach mit rund 30 Wohnungen werden bereits 900 Tonnen Recyclingmaterial verbaut.
  • Im Rahmen des EU-Projekts „HyMethShip“ vom LEC (Large Engines Competence Center) und der TU Graz wird an einem neuen Antriebsystem für Schiffe mit Wasserstoffbasis gearbeitet. Die Entwicklung soll 2022 abgeschlossen sein.
  • Das Eingangsbild oben zeigt das Solarkraftwerk Ivanpah in der Mojave-Wüste. Mit Sonnen- und Windkraft wird bis 2024 mehr Strom erzeugt als aus Kohle. Trump hin oder her. 
Die Erkenntnis, dass wir nicht nochmal 30 bis 40 Jahre Zeit haben, scheint sich doch langsam durchzusetzen. Hoffentlich geht sich´s aus.





07 November 2020

Biomasse-Heizkraftwerk - Zusammenfassung

 


In unserem Ort soll ein Biomasse-Heizkraftwerk gebaut werden.

Nach peniblen Recherchen und Erkundigungen finden Sie hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.
Der ins Auge gefasste Standort (rot eingezeichnet) liegt an unserer nördlichen Gemeindegrenze direkt an der Landesstraße L2007.
  • Ein Heizkraftwerk, das Abfälle aus der Forstwirtschaft zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet und in dem die Abgase bestmöglich gereinigt werden, ist als nachhaltiger Energieträger anerkannt und somit wichtig für die Energiewende.
  • Ein Biomasse-Heizkraftwerk in unserem Gemeindegebiet stellt eine deutliche Verringerung des fossilen Fußabdrucks und eine ausgeglichene CO2-Bilanz dar.
  • Laut EVN wird es nicht mehr als 15 Anlieferungen pro Wochentag geben. Für die Erzeugung von Strom und Wärme werden Forstabfälle aus einem Umkreis von bis zu 70 Kilometern wie zum Beispiel aus den Donau Auen, dem Triesting Tal oder aus dem Bereich Heiligenkreuz, auch vom Wechselgebiet verwendet. Abhängig vom jeweiligen Lieferanten werden die Anlieferungen sowohl von Süden über die L2007 als auch von Norden über die B11 erfolgen.
  • Messungen des Umweltbundesamtes in Mödling haben ergeben, dass die Feinstaubbelastung durch das dortige Heizkraftwerk mitten in der Stadt unter der sicheren Nachweisgrenze liegt und im Umfeld des Kraftwerks etwa dem entspricht, was durch zwei bis drei Kaminöfen in Privathaushalten emittiert wird. Vorrangig wird CO2 (das durch Biomasse klimaneutral ist) und Wasserdampf austreten.
  • Da das Heizkraftwerk Biedermannsdorf Wärme für etwa 15.000 Haushalte in der Nähe liefern soll, kann eine entsprechende Anzahl kleinerer Heizungen (in Privathaushalten oder auch Zentralheizungsanlagen für größere Wohnblocks wie etwa in der Parkstraße) dadurch ersetzt werden. Das heißt, dass Neubauten nach Möglichkeit gleich direkt an das Fernwärmenetz angeschlossen, aber auch bestehende Heizanlagen im Lauf der Zeit ersetzt werden können. Dadurch wird die Feinstaubbelastung im Umfeld des Heizkraftwerks nicht steigen, sondern sinken.
  • Da der Betrieb weder nennenswerten Lärm noch Luftverschmutzung verursacht, würde das Naherholungsgebiet in dem Bereich des Kraftwerks bestehen bleiben. Zusätzlich würde das Kraftwerk von einem Grüngürtel umgeben sein.
Hintergrund: Österreich will 2040 klimaneutral sein und 2030 seinen Strombedarf zu 100% aus Ökostrom decken. Dazu ist ein vollständiger Ausstieg aus Ölheizungen bis 2035 und das Verbot von Gaskesseln im Neubau ab 2025 geplant. Abgesehen vom Klimaschutz muss auch die Abhängigkeit von Russland und den Nahost-Staaten verringert werden.

Die Gesetzeslage in Niederösterreich erlaubt es der EVN, auch ohne Einwilligung der Gemeinde das Kraftwerk auf den erwähnten Standort zu bauen. Jedoch ist der EVN an einem guten Einvernehmen mit der Gemeinde gelegen. Es besteht daher die Chance, eine vorteilhafte, zufriedenstellende Lösung für die Bevölkerung zu erreichen.


Karl Wagner

Umweltgemeinderat

24 Oktober 2020

Von Erneuerbaren und Kleingeistern

 


Die böse erneuerbare Energie

Die Produktion von E-Autos ist umweltschädlich. Ebenso die Produktion von Windrädern. Biomasse-Heizkraftwerke fördern den Schwerverkehr und stoßen Emissionen aus.

Die so argumentieren, mögen das aus ehrlicher Sorge tun, sie sehen aber nicht die katastrophale Lage, in die uns die fossilen Brennstoffe gebracht haben. Ölkatastrophen durch verunglückte Öltanker und eingestürzte Bohrtürme, für viele Jahrzehnte verseuchte Küsten. Unterdrückung und Ausbeutung unter tatkräftiger Mithilfe der Ölkonzerne. Bei den meisten Kriegen in der Welt ist das Öl im Spiel. Irak, Iran, Saudi-Arabien, Jemen. Geschürt von den Großmächten, die um Einfluss ringen. Um welchen Einfluss? Um die Nutzung und Sicherung der Ölquellen.

Die Katastrophe kann nur noch gelindert, nicht mehr verhindert werden.

Für die schwerste Krise, in die die Menschheit jemals hineingeschlittert ist, sorgt ein physikalisches Gesetz. CO2 behindert die Rückstrahlung von Sonnenwärme ins All. An sich kein Problem, denn das natürlich entstehende CO2, das Mensch und Tier ausatmen, wird von den Ozeanen und den Pflanzen nahezu komplett wieder absorbiert. Das CO2 aber, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, bleibt in der Atmosphäre und sorgt nun für eine Erderhitzung, die noch viel Leid und Unglück bringen wird. Wenn wir alle möglichen Kräfte aufbieten, können wir die Katastrophe mindern, abwenden können wir sie nicht mehr. Zu lange haben wir gezögert und uns von Öl-, Kohle- und anderen Industrielobbys manipulieren lassen.

Die Energiewende ist die einzige Möglichkeit, die wir haben.

Und sie muss schnell erfolgen. Wir müssen weg kommen von den fossilen Brennstoffen. Die Politik erkannte das glücklicherweise auch schon und ist dabei, einiges auf den Weg zu bringen. Beispielsweise das Verbot von Erdgas in Neubauten ab 2024. Als Ersatz dienen Wärmepumpen, Erdwärme oder Biomasse. Letztere Möglichkeit bahnt sich nun in Biedermannsdorf an. Selbstverständlich gibt es Einwände dagegen. Grünland wird verbaut, Biedermannsdorf hat nichts davon, außerdem wird der Schwerverkehr zunehmen.

So hat eben jedes Ding zwei Seiten. Wollen wir die Energiewende, um das geschilderte globale Unheil abzuwenden, dann müssen wir die Schattenseiten in Kauf nehmen. Schattenseiten, die im Vergleich zum Nutzen lächerlich gering erscheinen. Gleiches gilt auch für eingangs erwähnter Windräder. Es geht schlicht und einfach um unser Überleben. Wer also ein Biomasse-Kraftwerk ablehnt, hat das Ausmaß des auf uns zukommenden Unheils nicht verstanden oder leugnet es einfach aus eigennützigen Gründen.

Die böse erneuerbare Energie?

Übrigens: Das E-Auto ist nur während der Produktion umweltschädlicher als der Benziner. Das ändert sich mit jedem gefahrenen Kilometer. Je nach Strommix ist das E-Auto nach 20.000, 30.000 oder schlechtestenfalls nach 80.000 Kilometer (z.B. bei Kohlestrom) dem Benziner weit überlegen, was den ökologischen Fußabdruck anbelangt. Da ist aber noch nicht die Tatsache berücksichtigt, dass ein E-Auto folgendes nicht braucht: Zylinderköpfe, Ventile, Einspritzdüsen und Einspritzpumpen, Lichtmaschinen, Auspuffkrümmer und Auspuffrohre, Abgasrückführungen, Lambdasonden, Rußfilter, Schalldämpfer, aber auch Wasser- und Benzinpumpen, Ölpumpen und Ölfilter, Dichtungen, Schläuche und Zahnriemen, jährliches Service. Außerdem sind gebrauchte Akkus aus E-Autos kein Sondermüll, sondern ein wertvoller Rohstoff, da sie für Speicherbatterien verwendet werden können.

Was haben wir vom Klimaschutz?

Für die Jungen: Die Wahrung der eigenen Zukunftschancen.

Für die Alten: In diesem Fall eine Frage narzisstischer Kleingeister. Es geht um Solidarität mit unseren Kindern, Enkeln und Nachfahren. Es geht um Wiedergutmachung.

12 Oktober 2020

Fleischkonsum überdenken

 

Einer stellvertretend für bereits gar nicht mehr wo wenige. Aber immer noch zu wenige. Der exzessive Fleischkonsum ist ungebrochen in Österreich. Und jetzt soll mir niemand mit der Preiskeule kommen, von wegen  "ich kann mir das nicht leisten." Billigfleischkonsum einschränken und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu sich nehmen können alle. Das ist einfach eine Frage der Einstellung und der Einsicht. Ganz abgesehen vom Gesundheits- und Klimagewinn.

Johannes Brandstätter betreibt in Fuschl am See den Brunnwirt. Er gilt als Hüter bester österreichischen Kochkunst. Die Gemeinde Fuschl am See befindet sich am Fuschlsee im Salzburger Flachgau. Sie hat 1565 Einwohner (Stand 1. Jänner 2020). Er gilt als Hüter bester österreichischen Kochkunst.

Die Wirte werden mit Kennzeichnungspflichten von Allergenen belästigt, müssen aber nicht die Herkunft ihrer Lebensmittel preisgeben. Mit jedem billigen Fleisch auf dem Teller knabbert der Mensch auch am Regenwald.

Der industrielle Großschlachter Tönnies am Standort Rheda-Wiedenbrück bei Gütersloh tötet etwa 8000 Schweine pro Schicht. Das macht knapp 16 Lebewesen pro Minute. "Das Gemetzel muss furchtbar sein", sagt Brandstätter. "Schweine sind intelligent. Die kriegen das Massaker mit, bevor sie selbst an der Reihe sind."

"Der Anteil von biologisch produziertem Fleisch steigt ständig", sagt Hermann Mittermayr. Er ist bei Bio Austria für das Marketing verantwortlich. Trotzdem sind die Marktanteile für Bio Austria in Österreich noch gering. Beim Rindfleisch sind es 16 Prozent, bei Hühnern nur 3 Prozent. Beim Schweinefleisch gar nur 2,5 Prozent. Was auch den völligen Irrsinn erklärt, dass Schweinefleisch inzwischen schon um nur 2,90 Euro pro Kg verkauft wird. Womit es deutlich billiger als so manches Gemüse ist.

Der derzeitige Gesamtanteil von Biofleisch und Biogeflügel auf dem Markt: "Derzeit 5,6 Prozent". 


https://www.brunnwirt.at/de/ 

09 Oktober 2020

One Health



Wie schön wäre es, wenn das Corona Virus nicht von in die Enge getriebenen Wildtieren und gequälten Geschöpfen in unseren Industrieställen abstammen, sondern absichtlich von Dunkelmännern aus Industrie und Wirtschaft in die Welt gesetzt worden wäre.
Wie wunderbar wäre es, wenn die Klimakrise durch die Sonne hervorgerufen worden wäre und wenn das physikalische Gesetz, wonach CO2 ein Treibhausgas ist, eine Lüge wäre.

Dann wären wir nicht zuständig.
Wir könnten unsere imperiale Normalität weiterhin genießen. 
Wir könnten weiterhin die Erde ausbeuten, nach Öl bohren, Waffen verkaufen und Wälder niederbrennen. Wir könnten weiterhin unseren täglichen Fleischkonsum frönen, (die Behauptung der Medizin, das sei gesundheitsschädlich, wird sich wohl auch noch als bösartige Verschwörung herausstellen).
Wir könnten weiterhin nach Herzenslust steuerbefreites Kerosin verbrennen und unseren Urlaub am Kreuzfahrtschiff verbringen.
Wir könnten weiterhin mit dem SUV zum Bäcker ums Eck fahren.

Was für eine Erleichterung wäre das. Zu wissen, wir brauchen uns nicht zu ändern. 



Meine alte Liebe

Utrecht, meine Lieblingsstadt der Vielfalt. Vor vielen Jahren arbeitete ich dort mit einer Softwarefirma zusammen als Mitglied eines Entwick...