Es gibt Wiesen, die zur Staubwüste wurden, sodass die Kühe in die Ställe zurückmussten, weil sie kein Futter mehr fanden.
Wassermangel lässt die ersten Gemeinden Rationierungsmaßnahmen ergreifen.
Nachrichten von Ernteausfällen häufen sich.
Flutkatastrophen rauben Menschen ihre Existenz und kosten ihnen viel zu oft auch das Leben.
Brände in Südeuropa und Nordamerika nehmen apokalyptische Ausmaße an.
Teile der Welt sind ohne Klimatisierung nicht mehr bewohnbar.
In den Ozeanen und am Land begann längst das große Sterben.
Es mutet fast banal an, hier auch noch die ungeheuren finanziellen Schäden zu erwähnen, die dadurch entstehen.
Kollateralschäden der Klimaleugnung. Betrieben von rechtskonservativer Politik, von Ölkonzernen, von Industriekapitänen, von Verrückten und Verbrechern. Besonders schmerzt das Verhalten der Konservativen, wenn sie, stolz ihre Dummheit vor sich hertragend, von den Kosten schwadronieren, die Klimaschutz für die Wirtschaft verursachen soll. Besonders in einer Demokratie wie der unseren kommt noch der Umstand hinzu, dass diese Politik frei gewählt ist. Das Versagen einer Gesellschaft, die an Vollkaskomentalität, Konsumgeilheit und fehlender Empathie krankt.
Meine Empfindung angesichts dessen: Fassungslosigkeit und Hilflosigkeit. Es scheint, als gäbe es eine neue Pandemie, die durch keine Impfungen, Lockdowns und Medikamente bekämpft werden kann. Sie könnte Ignoranz, Verdrängung oder auch schlicht Dummheit heißen.
Diese Gedanken ziehen mich runter. Sie helfen auch nicht. Sie ändern nichts. Ich gehe hinaus in den Garten.
Kirschpflaume, Vogelbeere, Zürgel und Zwetschke beschenken uns und zahlreiche Vögel mit ihren Früchten und sorgen mit ihrer Größe für ein erträglicheres Klima in Zeiten der Hitze.
Bunt blühende Blumen erfreuen uns mit ihrem Dasein und geben einer mannigfaltigen Insektenzahl Nahrung. Die Wohmöglichkeit besteht in Form von Totholz, wilden Ecken und Insektenhotels.
Wir hatten schon reiche Ernte. Es bleibt aber immer etwas übrig für die mit uns Lebenden. Getreu dem Ratschlag der indianischen Wissenschaftlerin und Autorin Robin Wal Kimmerer in ihrem Buch „Geflochtenes Süßgras“. Darin findet sich eine Regel der indianischen Ureinwohner Nordamerikas, die ich hier auszugsweise wiedergebe:
Die Grundregeln der Ehrenhaften Ernte:
Nimm nie das Erste. Nimm nie das Letzte.
Nimm nur, was du brauchst.
Nimm nie mehr als die Hälfte. Lass etwas für die anderen übrig.
Ernte so, dass du möglichst wenig Schaden anrichtest.
Nutze es respektvoll. Verschwende nie, was du genommen hast.
Danke für das, was dir geschenkt wurde.
Hinterlasse ein Gegengeschenk für das, was du genommen hast.
Erhalte die, die dich erhalten, und die Erde wird für immer bleiben.
Der Garten dankt es uns, indem er unsere Seelen heilt. Er kann das. Warum das so ist? Tja..wer weiß das schon? Es ist ja nicht nur unser Garten, wenngleich wir infolge unserer Gestaltungleistung eine besondere Beziehung zu ihm haben. Es ist generell die Natur. Vielleicht, weil wir mit ihr verbunden sind. Und weil daher alles, was wir tun, auf uns rückwirkt.










