02 Februar 2020
die neuen "Umweltschützer"
Seit neuem finden sich Besorgte, die um den Wasserbestand in der chilenischen Atacama-Wüste fürchten. Sie prangern die Lithiumgewinnung in dieser Gegend an, weil die an dem zunehmenden Wassermangel schuld sein soll. Nun ist es ja durchaus in Ordnung, wenn man sich Sorgen um jene macht, die unter unserer Bedürfnisbefriedigung zu leiden haben. Diese edle Haltung verzerrt sich allerdings, wenn man weiß, dass dieselben Leute die Dieselfahrverbote in deutschen Städten verurteilen. Eigenartigerweise interessieren sie sich für das Wohl der dortigen Menschen überhaupt nicht. Ein Schelm, der denkt, es stecken die Ölkonzerne dahinter.
Jene Konzerne, die seit Jahrzehnten unvorstellbare Summen dafür ausgeben, um uns davon zu überzeugen, dass es überhaupt keinen Klimawandel gibt. Das geht jetzt nicht mehr, da - aufgrund ihres Agierens - der Klimawandel längst zu einer Klimakatastrophe geworden ist. So verlegen sie sich jetzt eben darauf, die Nachteile der Batterieproduktion zu thematisieren und mutieren plötzlich zu Umweltschützern.
Damit ich nicht missverstanden werde: Der Individualverkehr muss zurückgedrängt werden, egal welcher Antrieb genützt wird. Stattdessen muss der öffentliche Verkehr gefördert werden. Mobilität muss außerdem völlig neu gedacht werden. Die Arbeit muss mehr zu den Menschen kommen, weshalb die Regionalwirtschaft gestärkt werden muss.
Letztendlich müssen wir unser Glück jenseits des Konsums finden.
02 Januar 2020
Stromsparen im Haushalt
Laut offizieller Statistik verbraucht der Durchschnittshaushalt ohne elektrisch bereitgestellte Raumwärme rund 3.690 kwh jährlich. Mit elektrisch produzierter Raumwärme sind es durchschnittlich 4,415 kwh. Das kostet ihn etwa 740 Euro im Jahr. Mit effizienten Geräten und bewusster Nutzung können etwa 30 Prozent der Stromkosten eingespart werden.
Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und
Tourismus gibt unter anderem die Broschüre „Energie und Kosten sparen bei
Haushaltsgeräten“ heraus. Sie finden darin nützliche Hinweise, die das
Stromsparen unterstützen.
Hier einige wenige Auszüge daraus:
topprodukte.at
topprodukte.at
- Nutzen Sie die Seite topprodukte.at! Sie finden darin nicht nur Topprodukte, sondern Sie können auch auf einfache Art eine Einschätzung Ihres Stromverbrauchs durchführen.
Kühlgeräte
- Austausch ineffizienter Kühlgeräte. Das Einsparpotential beträgt hier je nach Alt- und Neugerät bis zu 50 Prozent. Allerdings sollten Altgeräte nicht zu früh ausgetauscht werden, sonst kann die Gesamtökobilanz, die auch Produktions- und Entsorgungsaufwände umfasst, negativ auffallen.
- Einbaugeräte sind etwas ineffizienter als Standgeräte.
- Eine Gefriertruhe im kühleren Keller ist deutlich effizienter als ein Kühl-Gefrier-Kombi in der Wohnküche.
- Generell hängt das Reinigungsergebnis von den vier Faktoren Zeit, Temperatur des Waschwassers, Mechanik und Chemie (Waschmittel) ab. Wird die Dauer des Waschprogrammes erhöht, kann mit niedrigerer Temperatur gewaschen und dadurch Energie gespart und trotzdem das Gleiche Waschergebnis gewährleistet werden.
- Spülen mit dem Geschirrspüler ist effizienter als per Hand. Für die gleiche Geschirrmenge (12 Maßgedecke) wird beim Handspülen ca. ein Viertel mehr Strom und fast viermal so viel Wasser benötigt.
- Möglichst nur bei voller Beladung spülen.
- Eco-Energiesparprogramme nutzen.
- Wählen Sie die Gerätegröße nach Ihren tatsächlichen Bedürfnissen aus – mittels Beladungserkennung reduziert sich zwar der Energieverbrauch bei Minderbeladung, der Verbrauch pro Kilogramm Wäsche liegt trotzdem höher.
- Eco-Energiesparprogramme nutzen.
- Grundsätzlich gilt: Der Betrieb eines Wäschetrockners ist relativ stromintensiv. Daher ist das Trocknen der Wäsche an der frischen Luft bzw. in einem gut belüftbaren Innenraum vorzuziehen.
- Trockner mit Wärmepumpe sind heute di e am weitesten verbreitete Trocknerart.
- Bitte beachten Sie, dass Wärmepumpen-Trockner (wie auch Kühlschränke) ein klimawirksames Kältemittel enthalten. Altgeräte müssen daher fachgerecht entsorgt werden.
- Um Schimmelgefahr zu vermeiden, sollen Trockner nicht in fensterlosen Räumen aufgestellt werden. Idealerweise sollte der Raum beheizt sein
- Die Induktionskochplatte bietet bei Elektroherden die beste Energieausnutzung. Sie verbraucht bei kleinen Mengen an Kochgut gegenüber konventionellen Kochplatten rund 30 Prozent weniger Strom. Beim Induktionsherd wird nicht das Kochfeld selbst erhitzt, sondern die Hitze direkt im Topfboden erzeugt. Dafür sind geeignete Töpfe erforderlich (magnetischer Boden).
- Bis zu einem Fünftel mehr Energie als erforderlich wird benötigt, wenn der Topf um ein bis zwei Zentimeter kleiner ist als die Herdplatte.
- Heißes Wasser für Tee, Kaffee, etc. wird am schnellten und sparsamsten mit einem Wasserkocher gekocht. Vorerhitzen von Wasser mittels Wasserkocher für das Kochen von Nudeln, Kartoffeln, etc. am Herd bringt keine Vorteile. Bei Warmwasserbereitung mit erneuerbarer Energie (z.B. Sonnenenergie) oder mit Fernwärme kann es sinnvoll sein, heißes Wasser aus der Leitung zu entnehmen, um damit den Kochvorgang zu beschleunigen.
- Erst wenn alle anderen Möglichkeiten wie Außenbeschattung der Fenster, gute Dämmung sollte eine Klimatisierung in Betracht gezogen werden. Es ist zu beachten, dass mobile Klimaanlagen mit Gasthermen eine potentiell lebensgefährliche Kombination darstellen. Wenn mobile Klimaanlagen oder Ventilatoren (im Dunstabzug bzw. im Sanitärbereich) Luft aus der Wohnung absaugen, ziehen die erzeugten giftigen Abgase (Kohlenmonoxid) durch den Unterdruck nicht mehr ordnungsgemäß durch den Kamin ab und sammeln sich im Wohnbereich.
- Idealerweise sollten fest installierte Split-Geräte montiert werden. Der Kondensationsteil und der Kompressor sind im Freien montiert. Somit gelangt keine Abwärme oder warme Außenluft ins Innere.
https://www.klimaaktiv.at/service/publikationen/energiesparen/haushaltsgeraete.html
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Karl Wagner
12 Dezember 2019
Die Einweg-Mehrweg-Frage
Wie oft sind Glasflaschen wiederbefüllbar? Wie
weit können sie transportiert werden ohne Schaden an der Umwelt anzurichten?
PET als Mehrwegflasche? Was ist mit Tetrapaks? Sind die schlecht? Viele Fragen,
die sich umweltbewusste Konsumenten immer wieder stellen müssen.
In unserer Zeit ist die Verpackung fast schon
wichtiger als der Inhalt. Kein Wunder, bei der Größe der Plastikinseln in den
Ozeanen (in der Größe Frankreichs).
Radlberger-Chef Martin Forster lehnt sich aus
dem Fenster und ist auch gleich vor den Vorhang zu bitten. Bis Februar 2020
will er Plastik bei seinen Limonaden zur Gänze ersetzen. Er investiert 25 Mill.
Euro in eine Abfüll- und Waschanlage im niederösterreichischen Unterradlberg. Nur
bei 0,5 Liter-Flaschen zum Mitnehmen bleibt er bei Plastik. Auf die bange
Frage, was denn die Kunden dazu sagen werden, wenn sie schwere Glasflaschen
schleppen sollen:
„Ein Risiko ist es. Aber es ist Zeit, es einzugehen.“
Die
Antwort eines echten Unternehmers mit Verantwortung.
Was sagt Greenpeace dazu?
Für diese NGO sind
nachgewiesenermaßen vertrauenswürdige Fachleute tätig, die wissen wovon sie
reden. So auch Herwig Schuster, Umweltchemiker. Er sagt,
Mehrwegflaschen seien
der Umweltsieger. Allerdings sollten sie durch den hohen Energieaufwand bei der
Erzeugung mehr als zehn Mal wieder befüllt und nicht weiter als 300 Kilometer
transportiert werden. Sonst sorge das hohe Gewicht beim Transport für zu viel Energieverbrauch.
Ökologisch katastrophal sei Glas-Einweg.
Pet als Mehrwegflasche überträfe durch das
geringe Gewicht sogar Glas-Mehrweg, sagt Schuster – theoretisch, denn es gib
keine in Österreich. Angesichts des schlechten Images von Plastik werde sich
das nicht so schnell ändern. Das große Risiko bei Pet-Flaschen ist, dass sie
nicht alle zurückkommen und sie im Handel in weiteres Plastik gewickelt sind
und nicht in einer Mehrwegkiste.
Dann wären da noch die Tetrapaks. Die seien
gar nicht so schlecht, wenn sie mit Plastik beschichtet sind, da könne man beim
Recyceln den Karton trennen. Weit umweltschädlicher seien mit Alu beschichtete
Saftpackerl.
Es braucht Unternehmer und Konsumenten mit
Verantwortung. Beide Seiten gemeinsam können etwas bewegen. Interesse an der
Umwelt, weniger Bequemlichkeit und Lust zur Veränderung sind die Zutaten für eine
gute Zukunft.
Karl Wagner
Quelle: Salzburger Nachrichten
Quelle: Salzburger Nachrichten
10 November 2019
Die fünfte Generation. 5G Zwischen hoffen und bangen.
Lautlos gleiten die fahrerlosen Kleinbusse die
Straße entlang. Am Straßenrand stehen in Abständen von einigen Kilometern kleine
überdachte Bediensäulen. Drückt man einen roten Knopf, bleibt der nächste Bus
stehen und öffnet die Türe. Im Inneren kann man auf einem Touchscreen die
Haltestelle wählen, an der man aussteigen möchte.
Das ist ein Beispiel unserer möglichen
Zukunft. Dazu kommt dann noch die Smart City, E-Health und künstliche
Intelligenz. Das Internet der Dinge.
Zukunftshoffnungen,
die – glaubt man dem
Österreichischen Infrastrukturreport 2020 – ohne das neue 5G-Mobilfunknetz
nicht möglich sein werden. Eine andere Studie besagt, dass bis zum Jahr
2030 bei einem entsprechenden Ausbau von 5G und Breitband 35.000 Arbeitsplätze
entstehen könnten. Das jährliche BIP würde um 32 Milliarden Euro steigen
(gelesen im Kurier).
Ausrollung von 5G ab 2020.
Wie in der Ö1-Sendung Matrix am 11.10. zu
erfahren war, sollen bis Ende 2020 100 Megabitanschlüsse als Voraussetzung für
das schnelle Mobilfunknetz verfügbar sein. Bis Ende 2023 soll es 5G für die
Hauptverkehrsverbindungen geben und bis Ende 2025 für ganz Österreich.
Also alles gut?
Wie so oft bei Neuerungen ist ein klares „Ja“ nur mit
Vorbehalt möglich. Nämlich vorbehaltlich keiner gesundheitlichen Konsequenzen. Matrix gibt zunächst überwiegend beruhigende
Nachrichten betreffend Gesundheit weiter.
Lt. Deutschem Krebsinformationsdienst gilt es
als sicher, dass weder nieder- noch hochfrequente Felder stark genug sind, um
Atome und Moleküle direkt zu verändern. Das schaffen nur UV-Strahlen,
Röntgenstrahlen und Gammastrahlen. Das heißt auch, elektromagnetische Felder
können die Erbinformationszellen nicht so schädigen, dass Krebs entsteht.
Das
gilt für die derzeitigen Mobilfunkfrequenzen und auch für die Frequenzbereiche,
die 5G künftig nutzen wird.
Kann man Grenzwerten trauen?
Und das Österr. Bundesministerium für Verkehr
teilt mit: „Die Strahlenbelastung von 5G wird bestehende Grenzwerte nicht
überschreiten.“ Wobei das mit den Grenzwerten so eine Sache ist. Ich muss an
die Feinstaubgrenzwerte denken, die extrem unterschiedlich zwischen Europa, den
USA und der UNO sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in Europa bei weitem
zu hoch sind. Rückschlüsse auf 5G-Grenzwerte liegen nahe.
Verringerte Strahlung durch 5G?
Andererseits sollen zwar die Sendeanlagen mehr
werden, nicht aber die Sendemasten. Die Sendeanlagen sollen sehr klein sein,
ähnlich wie Wlan-Modems. Diese können dann in bestehende Anlagen wie Gebäuden,
Ampeln, Lichtsäulen, etc. eingebaut werden. Das bedeutet eine Verdichtung der
Sender, was zur Folge haben soll, dass die Leistungen drastisch runtergehen.
Das wiederum verringert die Strahlung für die Bevölkerung. Wenn das so ist,
kommt 5G mit weit weniger Strahlung aus als der derzeitige Mobilfunk.
Was sagt Umweltmediziner Hans Peter Hutter von
der Med-Uni Wien dazu?
Für ihn ist der Mehrwert von 5G höchst unklar. Zu
erwarten ist die Nutzung von Millimeterwellen (Wellenlänge im Bereich von ein
bis zehn Millimeter). Solche Wellen dringen nicht tief in den Körper ein, aber
sie können in der Haut zu gesundheitsrelevanten Wirkungen führen. Fakt ist,
dass ohne jede Prüfung der biologischen und gesundheitlichen Auswirkungen
erneut eine Technologie flächendeckend installiert wird. Soweit der
Umweltmediziner.
Ein Bruch des europäischen Vorsorgeprinzips.
Eines Prinzips, aufgrund dessen übrigens Glyphosat in der EU verboten werden
soll. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Andererseits - Mobilfunk verbieten ist heute selbstverständlich undenkbar. Zu sehr sind wir abhängig geworden.
Allerdings ist festzuhalten, dass es die
unklare Gesundheitslage schon seit 1G ,2G, 3G und 4G gibt. Wir leben also schon
recht lange mit diesem Risiko. Ist es ein Risiko?
Hutter entkräftet bis zu einem gewissen Grad
sein eigenes Statement: Üblicherweise sind die Werte von Basisstationen und
Antennen – das weiß man aufgrund von Messungen – sehr gering. Bisher wurden
keine Gesundheitsbeeinträchtigungen festgestellt. Dazu muss man aber wissen,
dass es in diesem Bereich kaum Studien gibt. Mediziner raten daher zur
Vorsicht. Wie zum Beispiel auch der Oberste Sanitätsrat (OSR) in Österreich. Er ist das wichtigste Gremium der öffentlichen Gesundheit.
Vorsichtig sein sollte man aber auch gegenüber
Handymastverteuflern. Eine neutrale Beurteilung der Situation können wir allerdings auch von der Gegenseite, den Mobilfunkunternehmen, nicht erwarten.
Expert*innen gehen davon aus, dass die größte
Belastung von den Endgeräten ausgeht. Also das Smartphone, das man sich ans Ohr
hält. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt einige simple Empfehlungen im
Umgang mit dem Mobiltelefon. Zum Beispiel das Telefon beim Rufaufbau nicht
direkt an den Kopf halten und bei schlechtem Empfang lieber nicht telefonieren.
Eine Freisprecheinrichtung benutzen, denn schon wenige Zentimeter Abstand zum Körper
reduzieren die Strahlenbelastung. Ich füge hinzu: Wenn möglich auf die
Lautsprechereinrichtungen der Smart Phones zurückgreifen.
Fazit: Immer mehr Elektrizität im Auto, im
Haus und im öffentlichen Raum setzen uns unbekannten Gesundheitsrisiken aus. Dazu kommt – auf Wunsch der meisten Menschen wohlgemerkt – WLAN
in allen Lebensbereichen. Diesbezüglich scheint das Mobilfunknetz, ob 4G oder
5G, nur ein unerforschtes Risiko von vielen zu sein. Die meisten von uns können
und wollen sich davon nicht distanzieren.
Es hilft daher wohl nur ein vernünftiger,
sensibler Umgang mit den technischen Errungenschaften, vor allem bei Kindern.
Es wird Zeit, wieder einmal daran zu denken.
Karl Wagner
23 Oktober 2019
Warum Bäume wichtig sind - Natur-im-Garten-News
Immer wieder weise ich als Umweltgemeinderat auf die Wichtigkeit von Bäumen im Siedlungsgebiet hin. Auch in dem in Arbeit befindlichen Biedermannsdorfer Klimamanifest wird eine Aufforstung dringend empfohlen. Natur-im-Garten hat nun ebenfalls einen Artikel über dieses Thema verfasst, der es wert ist, hier wiedergegeben zu werden.
Bäume spielen eine wichtige Rolle um die Siedlungsgebiete klimafit zu machen.
- Über ihre Blattoberfläche lassen sie Wasser verdunsten und kühlen damit die Luft.
- Sie filtern Schadstoffe und Feinstaub.
- Sie speichern sehr viel Wasser und sorgen so für ein zeitverzögertes Abrinnen.
Wir kennen mittlerweile zur Genüge die Hitzewellen im Sommer, die oft mit extremem Starkregen beendet werden. Auf versiegelten Flächen fließt das Wasser rasch ab und belastet das Kanalsystem. Die Hochwassergefahr in angrenzenden Fließgewässern steigt.
Pflanzen halten einen Teil des Wassers an der Oberfläche des Pflanzenkörpers (Blätter, Rinde) zurück. In einem durchwurzelten Substrat kann außerdem Wasser aufgenommen und in anschießenden Hitzeperioden wieder durch die Pflanzen verdunstet werden.
Kletterpflanzen und begrünte Dächer haben eine ähnliche Funktion.
- Ein Baum mit einer Wurzelmasse von 500 kg verhindert den Abfluss von 70.000 Liter Wasser pro Jahr.
Leider wurde bisher im öffentlichen Grünraum oft zu wenig Rücksicht auf den unterirdischen Wurzelbedarf alter Bäume genommen.
Wohl jeder/jede hat schon sich hochwölbendem Asphalt wegen einer viel zu kleinen Wurzelscheibe gesehen. Die Folge sind kranke Bäume, die nach 30, 40 Jahren absterben.
Natur-im-Garten empfiehlt, bei ausgewachsenen Straßenbäumen 0,75m³ Wurzelraum pro Quadratmeter Kronenprojektionsfläche zur Verfügung zu stellen. Je nach Baumart sind das bis zu 60m³.
Die Kronenprojektionsfläche ist jene Fläche, welche parallele Strahlen von der Krone am Boden als Schatten abbilden würden.
Wenn Sie mehr lesen wollen: Baumpflanzungen als Wasserspeicher
Karl Wagner
22 Oktober 2019
Gute Ideen - Sieg und Niederlage im Gemeinderat.
Gute Ideen, die aufgegriffen werden, haben einen Sieger. Das ist gut so. Leider fühlen sich die, deren Idee nicht so gut war, oft als Verlierer. Das ist schlecht.
Sieger sind nämlich auch die, die bessere Lösungen akzeptieren.
Ein gutes Beispiel ist das Bauvorhaben Wiener Straße.
Dort hat die Gemeinde vor, der Baugenossenschaft Heim einen am Rande der Straße gelegenen 410m² großen Waldstreifen zu schenken, damit diese sich bereit erklärt, andernorts (zentral am Baugrund) einen 390m² großen Spielplatz inklusive Einrichtung zu errichten und öffentlich zugänglich zu machen. Der aber trotzdem durch die Gemeinde instandgehalten werden müsste. Dadurch würde sich Heim die Abschlagszahlung ersparen, die fällig wäre, würde sie den Spielplatz nicht bauen. Die Gemeinde müsste für den verschenkten Grund trotzdem die Immobilienertragssteuer zahlen.
Alternativvorschlag als Ego-Kränkung.
Simone Jagel brachte als Alternaltive den Vorschlag, den 410m² großen Waldstreifen nicht zu verschenken, sondern gegen die für den Spielplatz vorgesehene Fläche zu tauschen. Der 390m²-Grund würde dann der Gemeinde gehören. Eine allfällige Abschlagszahlung durch Heim könnte sie dazu verwenden, den Spielplatz selbst nach eigenem Gutdünken einzurichten. Heim hätte dadurch einen extrem billig erworbenen Grundzuwachs (nur die Abschlagszahlung) von immerhin 410m². Ein win-win-Ergebnis im Gegensatz zur Ursprungsidee, wo der Gewinner Heim gewesen wäre.
Ein typisches Beispiel für die Konstruktivität der Grünen,
die nicht nur kritisieren, sondern auch Alternativen bieten. Leider fühlten sich die Erfinder der Geschenksidee in ihrem Ego so gekränkt, dass sie brüllten, die Grünen wären überhaupt gegen das gesamte Bauvorhaben. Simone Jagl kostete es eine Sonderportion Kraft und Überredungskunst, sich durchzusetzen, so dass letztendlich das Thema von der Tagesordnung genommen wurde.
Karl Wagner
10 September 2019
Tattendorf ist Naturparkgemeinde
Auszug aus einem Zeitungsartikel in der Salzburger Nachrichten vom 2. September.
Schneller als 24 km/h fährt Alfred Reinisch im Ortsgebiet nicht. Mehr gibt sein Elektro-Caddy auch gar nicht her. Mit dem kurvt er auch im Winter herum. "Bei so kurzen Strecken wird es im Auto auch nicht warm", sagt der Bürgermeister von Tattendorf im Steinfeld.
Für jeden Neuankömmling ein Baum. Eine schöne Idee.
Reinisch ist unterwegs in die Geburtstagsau. Das ist ein ehemaliger Acker, auf dem seit 1998 für jedes in Tattendorf zur Welt gekommenes Kind ein Baum gepflanzt wird. Mittlerweile ist da schon ein beachtlicher Jungwald entstanden.
Caddy und Geburtstagsau sind nur zwei von vielen Dingen, durch die sich Tattendorf von anderen Gemeinden unterscheidet. Hinzu kommen gewusste Verwilderung landwirtschaftlicher Flächen, natürliche Schädlingsbekämpfung, zwei Biohofläden, E-Car-Sharing, Photovoltaik-Offensive, regionales Kompostieren von Grünschnitt, Trockenrasenstreifen - und das Prunkstück:
ein 24 Stunden-Biosupermarkt.
Der 24-Stunden-Biosupermarkt besteht aus zwei Teilen. Einer ist quasi eine Vinothek, ergänzt mit Biobiersorten. Der andere Teil beherbergt ein Sortiment aus 800 Bioartikeln, darunter auch Gemüse, Obst und gekühlte Milchprodukte. Die Kundschaft scannt das Gekaufte selbst und bezahlt mit Karte. Das System hat sich bewährt, der Schwund ist gering.
Für diese Aktivitäten wurde Tattendorf 2019 zur ersten Naturparkgemeinde Österreichs erklärt.
Das Geheimnis des Erfolgs? Geduld, Ausdauer und viel Reden. Martin Aschauer von der Umweltschutzorganisation Global 2000 ist überzeugt: "Jede Veränderung bedarf einer Aufklärung."
Etwas für uns dabei?
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