07 Juli 2019
Wir alle können Arten schützen
Ich weiß nicht, wen diese Wiese an der Schönbrunnerstraße (Abzweigung Josef-Bauer-Straße Richtung Lindenstraße) gehört. Ich weiß auch nicht, ob es Absicht war, dass nur ein Teil der Wiese gemäht und ob die Wegwarte im Vordergrund absichtlich stehen gelassen wurde oder unabsichtlich. Jedenfalls tut diese Vorgangsweise insgesamt dem Erhalt der Artenvielfalt ungemein gut. Gleiches gilt auch für naturbelassene Wiesenstreifen an den Feldrändern, wie man sie glücklicherweise immer öfter sieht.
01 Juli 2019
Kommunalmesse in Graz
Um sich weiterhin für die positive Entwicklung unseres schönen Ortes stark zu machen, fuhren die Grünen Biedermannsdorf im Juni mit dem Zug nach Graz zu diesjährigen Kommunalmesse (https://diekommunalmesse.at/ ).
Neue Ideen für den eigenen Ort entstehen nur dann, wenn man einen guten Überblick über verschiedene Produkte und Dienstleistungen für Gemeinden hat. Daher war es für uns keine Frage, uns für euch/Sie vor Ort weiterzubilden.
Viele Themen wurden behandelt: z.B. Kanalisation, kommunale Fahrzeuge, Telekommunikation, Energiewirtschaft, Spielplatzgestaltung.
Wir haben eine Fülle an Informationen mit nach Hause gebracht und werden zu gegebener Zeit hieraus konkrete Vorschläge für Biedermannsdorf vorbringen.
Verkehrssysteme verstehen - Ein Wochenende mit Professor Hermann Knoflacher
Professor Hermann Knoflacher ist emeritierter Professor und ehemaliger Vorstand des Instituts für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der TU Wien. Er realisierte zahlreiche Gesamtverkehrskonzepte, u.a. in Wien, Graz und Hamburg. Außerdem ist er Mitglied des Club of Rome, Präsident des Club of Vienna und globaler Fußgeherverteter der Vereinten Nationen.
Balance zwischen Vision und Lösungskompetenz.
Ich hatte das Glück und die Ehre, an einem Workshop unter seiner Führung im Rahmen der GEA-Akademie in Schrems teilnehmen zu dürfen. Einerseits sind seine Visionen faszinierend, andererseits sind seine An- und Einsichten nüchtern, sachlich und klar am menschlichen Wohl ausgerichtet. Da aber menschliches Wohl nichts mit Autofahren zu tun hat, ist Professor Knoflacher bekennender Autokritiker. Allerdings einer von der Art, der Lösungen bietet und nicht nur verurteilt.
Will man Verhalten ändern, muss man Strukturen ändern.
Das wurde in diesem Workshop mit zahllosen Beispielen aus dem täglichen Leben bestätigt. Was wir dazu brauchen, sind mutige Politiker und eben Experten wie Knoflacher. Letztere gibt es schon. Erstere sollten wir schnellstens wählen.
Was ich in diesen Tagen erfuhr, hoffe ich, eines Tages für die Bevölkerung in Biedermannsdorf einbringen zu können.
Ein gemeinsames Ziel
Im April 2017 erhielt ich nach der Teilnahme an einem von der Gemeinde bezahlten Lehrgang das Zertifikat "Kommunaler Klimaschutzbeauftragter". Ziel dieses Lehrgangs ist die Vermittlung von Kenntnissen über Klimakrise und Klimaschutz auf Gemeindeebene. Als Umweltgemeinderat sah ich in den vergangenen Jahren den Schwerpunkt meiner Aktivitäten auf diesem Gebiet in Form von Mobilitätstagen, einer Veranstaltung gemeinsam mit unserer Volksschule, einer Informationsveranstaltung mit unseren Klimabündnispartnern Partnern aus Brasilien, sowie regelmäßige Aussendungen in Sachen Klimaschutz. Auch der letzte Umweltbericht wies den Klimaschutz als Schwerpunkt aus. Als logische Fortsetzung meiner Tätigkeit brachte ich in der letzten Gemeinderatssitzung den Antrag ein, die Gemeinde Biedermannsdorf möge ihr grundsätzliches Interesse, eine e-5-Gemeinde zu werden, bekunden.
e-5 ist ein fünfstufiges Programm für Gemeinden, die bezüglich Energieeffizienz bereits einige sinnvolle Maßnahmen ergriffen haben, diesen Weg fortsetzen und dabei die im e-5-Programm angebotene Unterstützung nützen wollen. Dabei handelt es sich um ein Team von Fachleuten, gebildet von der Niederösterreichischen Energieagentur (e.n.u.).
Gemeinden, die sich für diesen Weg entscheiden, sind angehalten, auch ihrerseits ein e-5-Team zu bilden, welches mit der e.n.u. bezüglich Planung und Durchführung von Projekten zur Verbesserung der Energieeffizienz zusammenarbeiten wird. Dieses Gemeindeteam sollte aus Mitgliedern der politischen Parteien des Ortes, idealerweise aber auch aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern bestehen.
Bitte informieren Sie sich über e-5 unter diesem Link oder setzen Sie sich mit mir in Verbindung, wenn Sie dem Team beitreten wollen.
Der Antrag wurde mit den Stimmen der ÖVP, der SPÖ, und der Grünen angenommen.
So hat die Gemeinde ein gemeinsames Ziel vor Augen, abseits aller durch die sonstige Meinungsvielfalt ausgelösten Emotionen.
30 Mai 2019
Unser kleines Paradies.
Ich sitze vor meinem Computer, um diesen Beitrag zu schreiben. Eben erst war ich mit Elisabeth noch bei meiner nun bald 90-jährigen Mutter auf Besuch. Es ist ein gutes Gefühl, ihre Gesundheit und ihre Agilität zu sehen. Mindestens einmal wöchentlich muss ein Besuch sein. Je älter sie wird, desto näher scheinen wir uns zu kommen. Kürzlich ist sie von einem Kuraufenthalt zurückgekommen. Noch frischer und noch munterer als sonst.
Nächste Woche fahren wir für einige Tage in die Steiermark. Ein wenig ausspannen, schwimmen, wandern, lesen. Wir müssen viel mitnehmen. Der Hund, Bücher und Badesachen erfordern viel Platz, aber den haben wir ja. Eines unserer beiden Autos ist geräumig und schnell.
Man sieht, es geht uns gut. Wir haben zwei Autos, Haus und Garten, sind dank guter Ernährung und eines guten Fitnessangebots, sowie eines guten Gesundheitssystems gesund und fit. Nach derzeitigem Ermessen werden wir das wohl auch noch lange sein.
Das haben wir auch verdient. Wir haben unser ganzes Leben lang hart gearbeitet, haben unser Haus gebaut und als Umweltleistung haben wir auch noch Fotovoltaik am Dach.
Müssen wir uns um unsere Bäume sorgen?
Unser Baumbestand ist beeindruckend. Das sagt nicht irgendwer, sondern der Repräsentant von Natur-im-Garten und der Vorsitzende des Klimabündnisses Österreich, Rainer Handlfinger, gleichzeitig Bürgermeister von Obergrafendorf. Eine Gemeinde, die schon sehr weit in Richtung Energieeffizienz und Klimaschutz unterwegs ist. Ein Lob, das auch deshalb glaubwürdig ist, weil es von Unbeteiligten kommt. Von Menschen, die keine Veranlassung haben, uns Honig ums Maul zu schmieren. Natürlich freue ich mich darüber. Es war auch eine Bestätigung meiner eigenen Beobachtungen, wenn ich durch den Ort und seine Außenbereiche spaziere. Gerade jetzt, im Frühjahr, wo alles sprießt und grünt und in Saft steht, sind die grünen Wände besonders eindrucksvoll, sei es als Alleen, Windschutzgürtel oder Aulandschaften entlang der Flussläufe.
Trotzdem - ein leises Gefühl der Sorge beschleicht mich. Dieser Grünbestand bedeutet auch die Verantwortung, ihn zu erhalten. Zu erhalten heißt zum Beispiel, ihn auch zu erneuern. Mit Augenmaß die Balance zwischen Sicherheit in frequentierten Bereichen und Naturerhalt wahrzunehmen. Aber auch kranke und sterbende Bäume entsprechend zu ersetzen. Wird das getan? Da gibt es verschiedene Ansichten.
Die einen sagen, wenn es so weiter geht, werden wir den Grünbestand nicht halten können. Sie kritisieren die ihrer Meinung nach zu leichtsinnige Fällung von Bäumen zu Gunsten der Sicherheit am Straßenrand. Die anderen bezeichnen diesen Vorwurf empört als eine Unterstellung, die nur von Unwissenden und Quertreibern kommen kann.
Der Graben zwischen diesen beiden Gruppen existiert schon seit vielen Jahren und scheint unüberwindlich zu sein. Aber nicht alles ist so, wie es scheint. Der Graben ist schnell zugeschüttet, wenn man kommuniziert. Einfach direkt miteinander redet. Keine Angst vor Konfrontation hat, seine Meinung sagt, aber im direkten Austausch.
Als Umweltgemeinderat tat ich hier den ersten Schritt und besuchte den Leiter des Bauhofs, Wolfgang Steindl um mit ihm über Maßnahmen zu sprechen, die einerseits dazu angetan sind, unseren Grünbestand zu erhalten und ihn vielleicht noch auszubauen und andererseits vertrauensbildend gegenüber der Bevölkerung zu wirken. Mein erster Eindruck war durchaus positiv. Vielleicht haben nicht alle die gleiche Ansicht, wie die Natur geschützt und erhalten werden kann, aber dass das nötig ist, darüber gibt es - wie ich glaube - Konsens. Vielleicht nicht mit allen, aber doch mit vielen. Und das sollte uns verbinden.
Alles weitere demnächst in diesem Blog.
21 Mai 2019
Vergesst Europa nicht
Wir erfuhren in den letzten Tagen Wahrheiten, die viele lieber weiterhin verdrängt hätten. Wahrheiten über Menschen, in deren Haut ich jetzt nicht stecken möchte.
Wahrheiten aber auch über die zweifelhaften Mittel mit denen das aufgedeckt wurde, was aufgedeckt werden musste. Die inakzeptable Art und Weise der Aufdeckung einerseits, und der noch viel verurteilungswürdigere Inhalt, dessen Aufdeckung wiederum äußerst wichtig war für unser Land andererseits zeigen ein seltsames Dilemma auf.
Klar ist, dass dieser Vorfall auf die gesamte Politik eine verheerende Wirkung hat. Viele werden sich fragen, ob es nicht nur noch zwei Sorten von Politikern gibt: Die einen, die Dreck am Stecken haben von dem man nichts weiß, und die anderen, die auch Dreck am Stecken haben, der sichtbar geworden ist.
Aber so ist es nicht. Es gibt sie, die anständig, fleißigen und verantwortungsbewussten Politikerinnen und Politiker. Die einfach nur ihre Arbeit tun und dabei viel zu wenig auffallen. Für mich ist klar, wo ich die finde.
Wenn auch für euch klar ist, wo ihr eure politische Heimat - abseits von Dummheit, Machtgeilheit und Korruptionsanfälligkeit - habt, dann wählt die entsprechenden Mandatare bei der bevorstehenden EU-Wahl. Geht hin und lasst euch nicht beirren von diesen unsäglichen Vorgängen.
Wir brauchen die Politik, wir brauchen die EU und wir brauchen Vertrauen.
Karl Wagner
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