Der Hilferuf der Landwirtschaft (der Standard vom 5.8.) klingt verzweifelt. Es werden Fischsterben, Ernteausfälle, Wassermangel beklagt. Dabei fällt mir ein. War es nicht die Landwirtschaft, der die Renaturierungsmaßnahmen der EU zu weit gingen? Hat nicht das Umweltministerium wunderbarerweise ein ganz anderes, viel schöneres Bild unserer Umwelt gezeichnet, als es die eigenen Fachleute in ihren Bericht ursprünglich verfertigten um sich vor Klimaschutzmaßnahmen drücken zu können? Österreich hat während der letzten Jahrzehnte immer zu den Bremsern im Klimaschutz gehört. Jetzt fordert die Landwirtschaft Maßnahmen wie das Öffnen des Katastrophenfonds. Oder die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge der Bauern. Oder die Aussetzung laufender Kredite. Klar muss man in Not Geratenen helfen, wie sich das in einem Sozialstaat gehört.
Nur: Die Kosten, die jetzt entstehen, sind die, vor denen die Klimawissenschaft, viele NGOs oder die Grünen immer gewarnt haben. Die Dummheit, diese Warnungen ignoriert zu haben, macht sich jetzt bemerkbar. Und es wird schlimmer. Denn die Versäumnisse von rechtskonservativen Regierungen weltweit, aber eben auch in Österreich, machen sich jetzt bemerkbar und werden sich in Zukunft noch viel nachdrücklicher bemerkbar machen.Den Klimaschutz deshalb aufgeben, weil eh nix mehr zu machen ist, wäre die falsche Antwort. Im Gegenteil. Man kann die Katastrophe immer noch mindern und damit Menschenleben und Existenzen retten. Die Verantwortung hat allein die Politik. Werden unsere Regierenden einst als Kriminelle bezeichnet werden, weil sie ihre Bevölkerungen im Stich ließen, weil sie sich nicht an ihre eigenen Gesetze hielten? Weil sie allein auf ihren persönlichen Vorteil bedacht waren? Werden sie dafür vor Gericht stehen? Besser wäre es allerdings, wenn sie in die Gänge kommen und ihre Aufgabe wahrnehmen würden. Nämlich endlich Klimaschutz zu betreiben. Das haben übrigens die Bauern vergessen, in ihren Forderungskatalog aufzunehmen.

Vollkommen d’accord, aber sollte man da nicht unterscheiden: Einerseits zwischen der „Landwirtschaft, der die Renaturierungsmaßnahmen der EU zu weit gingen“, hauptsächlich jenen 15-20% landwirtschaftlichen Großbetrieben, die 80% der Förderungen lukrierten, Bauernbund und Landwirtschaftskammern, die gegen die Renaturierungsmaßnahmen lobbyiert haben, und andererseits den vielen kleinen Landwirten, die Supermarktketten, Molkereien und Raiffeisen-dominierten Lebensmittelfirmen ausgeliefert sind, die ihnen die Preise diktieren, die die Gehirnwäsche ihrer Kammer vielleicht geglaubt haben und nun den Klimawandel auf ihren Flächen täglich erleben? Denn den Einfluss auf die Politik, die untätig und aktiv bremsend war (und immer noch ist), haben nicht diese vielen Kleinen, sondern deren „Interessenvertreter“, die eher ihre eigenen Interessen im Sinn haben.
AntwortenLöschenStimmt, da hast du natürlich recht. Andererseits: wie viele von denen, die du da erwähnst, wählten und wählen unverdrossen ÖVP? Ohne Reflexion, ohne Nachdenken und ohne sich dafür zu interessieren, wer denn ihre Probleme verursacht. Beziehungsweise wählen - noch schlimmer - einfach die FPÖ aus Ärger oder Frust und aus Unwissen
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