Ob sie diese zweifelhafte Eigenschaft auch hatten, als sie erfolgreich gegen das Lieferkettengesetz lobbyierten? Die Vermutung, dass sie das gemacht haben, liegt nahe. Ebenso die Frage, ob die Krankheiten und das Leiden von Babys und die Angst der Eltern vermieden hätte werden können, wäre das Lieferkettengesetz in seiner ganzen Tragweite gültig gewesen.
Wir erinnern uns:
Der Dammbruch der Eisenerzmine 2018 in Brumadinho, Brasilien kostete 272 Menschen das Leben.
Beim Einsturz der Rana Plaza Textilfabrik 2013 kamen 1000 Menschen ums Leben und 2.500 wurden verletzt.
Das sind zwei der größten und bekanntesten Katastrophen, die unter anderem der Anlass für die Einführung eines Lieferkettengesetzes waren.
Das hätte dazu führen sollen, dass
- Unternehmen die Folgen ihres Geschäftsmodells analysieren.
- International anerkannte Menschenrechte und Umweltstandards beachtet werden, sowie Klimaschutz umgesetzt wird.
- Risikoanalysen durchgeführt werden.
- Effektive Maßnahmen festgelegt werden, um Missstände zu beheben.
- Öffentlich über Risiko- und Maßnahmenanalysen berichtet wird.
- Für Betroffene in jeder Stufe der Lieferkette Beschwerdemechanismen eingerichtet werden.
- Sanktionen und zivile Haftung für den Fall der Missachtung dieser Richtlinien vorgesehen sind
Die Frage stellt sich, ob der gegenständliche Vorfall der kontaminierten Babynahrung passiert wäre, hätte es dieses Gesetz in seiner vollen Wirksamkeit gegeben.
Es muss uns bewusst sein, dass die Verhinderung von Maßnahmen, die der Gesundheit, der Sicherheit und der Lebensqualität vieler Menschen in aller Welt dienen, sich auch auf unser tägliches Leben und das unserer Kinder auswirken. So ist das nun mal in einer globalisierten Welt.
Wir haben konservative und rechtspopulistische Politikerinnen und Politiker gewählt, die vor Lobbyisten, denen ihr Profit wichtiger ist als alles andere, einknicken.
Lasst uns das ändern. Messen wir die Politik an ihrem Interesse an uns, den Wählerinnen und Wählern.